Der Tausendfüßler Raphael

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Der Tausendfüßler Raphael

christliche Kindergeschichten

Inhalt

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Doktor Hase

Doktor Hase

Es begann heftig zu regnen. Der Wind heulte. Ein Sturm kam auf. Und der Hase kroch ganz tief unter die Decke. Hoffentlich muss ich heute Nacht nicht raus, wünschte sich der Hase bei dem starken Unwetter zu Hause bleiben zu dürfen, wie alle anderen Tiere im Wald auch. Doch es kam anders. Denn im nächsten Augenblick hörte er die Stimme, die er schon seit langem kannte. Die Stimme seines Freundes, dem Sperling. „Doktor Hase, Doktor Hase, kommen sie schnell! Es ist ein Notfall.“ Oh nein, ausgerechnet jetzt, wo das Wetter verrückt spielt, seufzte der Hase leise vor sich hin. Trotzdem stand er auf und warf sich seinen Regenmantel über. Sein Freund, der Sperling, erklärte ihm den Weg und dann sprang er mit seiner Arzttasche davon.
HOPP, HOPP, HOPP – mit großen Sprüngen überquerte er die grüne Wiese. Butterblumenblüten wirbelten im Wind. Folgte dem Wanderweg, der für Menschen gedacht war, und musste sehr aufpassen, dass er nicht in eine Schlammpfütze trat. Hüpfte an dem großen Fischteich vorbei, der wegen des Regens langsam anstieg und … erkannte viel zu spät die Gefahr.
Plötzlich sprang eine Fuchsdame aus dem Gebüsch und rannte ihm nach. Oh nein, auch das noch, dachte Doktor Hase und legte noch einen Zahn zu. HOPP, HOPP, HOPP, HOPP, HOPP. Wie ein Blitz sprang er über Gestrüpp und Stein. Warf immer wieder einen kurzen Blick zurück, um sicher zu gehen, ob sie ihn noch verfolgte. Ja und das tat sie. So hartnäckig wie ihr Magen, der vor Hunger heftig knurrte, gab sie nicht auf. Jagte ihn fast über den ganzen Wald, bis sie versehentlich an einem Brombeerstrauch hängen blieb. Und die Beute war fort. PUHHH, war der arme Hase erleichtert, als er merkte, dass sie nicht mehr hinter ihm war.
Im Mäusedorf angekommen, sah er auch schon den verletzten Mäuserich, vor seinem Haus, liegen. Ein kleiner Ast ist auf ihn gefallen, als er draußen, im Sturm, suchend nach seiner Tochter, Mimi, rief. „Helfen sie ihm bitte“, weinte die Mäusemutti. „Ich schaue mal, was sich machen lässt, aber vorher müssen sie mir helfen.“ Und zusammen entfernten sie den Ast. Und der Mäuserich stöhnte vor Schmerzen, als dies geschah. Dann untersuchte Doktor Hase seinen verletzten Bauch, legte ein Verband an und half der Mäusedame ihren Gatten ins Haus zu bringen. Ein weißer Pilz mit braunem Hut. „Ein Glück, Gott hat ihn vor Schlimmerem bewahrt“, sagte Doktor Hase, als er sich bei der Mäusedame verabschieden wollte. Aber so ganz erleichtert war sie dann doch nicht. „Ach Herr Doktor“, verlor sie eine dicke Träne. „Unsere Tochter ist in dieser Nacht verschwunden. Und keiner weiß wohin.“ Und sie zeigte mit dem Finger in die Richtung, wo noch vor einer Stunde ihr Haus stand. Der rote Fliegenpilz mit weißen Punkten. „Mit samt ihrem Haus.“ „Das tut mir leid“, wusste er nicht etwas anderes zu sagen. Und hüpfte, nachdem er sich von ihr verabschiedet hatte, den langen Weg zurück, nach Hause.
Und kam doch nicht an. „Herr Doktor, Herr Doktor“, landete unsicher, wegen des starken Windes, sein Freund auf einem umgefallen Baum. Und meldete ihm einen neuen Ort, an dem er Hilfe leisten musste.
Dort angekommen klopfte er an die Tür eines Fuchsbaus. „Herein!“, rief die Verletzte. Und zu spät erkannte er, wer sie war. Es war die Fuchsdame, Berte, die ihn heute Nacht noch jagte. Geschieht dir recht, überkam ihn der Gedanke, als er auf die Verletzte hinuntersah. Dann drehte er sich um und verschwand. Als er dann nicht mehr da war, weinte Berte vor Schmerzen, und auch, weil ihr der Doktor nicht helfen wollte.
Nachdem der Hase eine längere Strecke zurück gelegt hatte, setzte er sich auf ein weiches Häufchen Laub und dachte nach. Berte auf diese Weise im Stich zu lassen war nicht richtig, mahnte ihn das Gewissen. „Aber sie wollte mich fressen!“, verteidigte er sich laut. „Wer wollte dich fressen?“, fragte plötzlich eine dünne Stimme unter ihm. Und auf einmal bewegte er sich. Er wackelte. „Geh von mir runter“, hörte er noch einmal dieselbe Stimme zu ihm sagen. Und der Hase hüpfte zur Seite. Mimi kroch aus dem Häufchen hervor und gähnte mit ausgestreckten Armen ganz laut. „Habe ich aber gut geschlafen“, schmatzte sie noch zwei oder drei Mal. „Hallo, ich heiße Mimi.“ „Und ich bin Doktor Hase“, und zog die Kapuze aus. „Wer wollte sie nun fressen?“ „Ach, Berte, die Füchsin.“ Und der Hase erzählte ihr seine Geschichte. „Mhm, ich kann sie gut verstehen. Aber wissen sie für wen Gott die Sonne scheinen lässt? Den Regen schenkt? Hin und wieder mal einen Regenbogen an den blauen Himmel malt? Die Blumen und Bäume wachsen lässt?“ Der Hase überlegte nicht lange. „Für uns.“ „Ganz richtig! Für sie und mich, für Berte und die anderen Tiere im Wald. Auch Menschen. Und das macht er aus Liebe zu uns allen, den Guten und den Bösen. Und so möchte Gott auch, dass wir nicht nur den Guten etwas Gutes tun, sondern auch den Bösen.“ „Dann habe ich etwas wieder gut zu machen“, verstand der Hase langsam und nickte. Und wollte auch schon gehen, als ihm plötzlich etwas einfiel. Er drehte sich zu dem Mäusemädchen und fragte: „Sag mal, kommst du nicht aus einem Mäusedorf?“ „Doch. In dieser Nacht war der Sturm so stark, dass er mich, samt meinem Haus, weggeweht hat.“ „Ah, dann bist du diejenige, die vermisst wird.“ Dann schlug der Hase vor: „Steig auf meinen Rücken, ich werde dich nach Hause bringen.“ „Danke.“ Und so brachte Doktor Hase Mimi zu ihren Eltern, nach Hause. Der verletzte Mäuserich und seine Gattin freuten sich sehr, dass ihre Tochter wohl auf war und konnten dem Doktor nicht genug danken.

HOPP, HOPP, HOPP – und schon stand Doktor Hase vor Bertes Tür. Klopf-Klopf. „Wer ist da?“, fragte Berte und wollte gar nicht herauskommen. „Ich bin es, Doktor Hase.“ Es entstand eine kurze Pause. Keiner wusste so recht, was er sagen sollte. Dann fasste der Hase seinen ganzen Mut zusammen: „Ich wollte deine Verletzung ansehen. Und mich bei dir entschuldigen.“ Aber das Letzte hörte Berte nicht, so leise, wie er das zu ihr sagte. Ohhh, wie ihr das rechte Bein weh tat. Tja, hätte Berte nicht solche starken Schmerzen, dann hätte sie zu ihm gerufen „Verzieh dich!“ oder noch schlimmer, die Jagd nach ihm von neuem aufgenommen. Berte stöhnte vor Schmerzen, dass Doktor Hase es von draußen hören konnte und trat ungeladen ein. Er legte seinen Regenmantel ab, setzte sich zu der verletzten Füchsin und sah sich ihr verletztes Bein genau an. „Mhm …, dich hat es ganz schön schlimm erwischt.“ So viele Brombeerstacheln steckten in ihrem Bein. Dann holte er aus seiner Arzttasche eine Pinzette und zog jeden einzelnen Stachel heraus. „Au-au-au“, jammerte die Fuchsdame. Und so ging es noch lange. Bis schließlich der letzte Stachel gezogen war. „Au.“ „So, das wars.“ Berte leckte sich das Bein, machte mit ihrer Zunge die Wunden sauber. „Danke“, sagte sie anschließend ganz leise. Aber der Hase schüttelte seinen Kopf. „Das hätte ich früher machen sollen“, sagte der Hase schuldbewusst. Berte sah ihn mit traurigen, dunklen Augen an. „Und deshalb möchte ich mich bei dir entschuldigen. Tut mir leid, dass ich dir nicht gleich geholfen habe.“ Beide sahen sich an. Und dann nickte Berte, langsam. „Entschuldigung angenommen.“ „Dann ist alles gut.“ Doktor Hase reichte Berte eine selbst gemachte, grüne Creme und meinte, bevor er wieder ging: „Für alle Fälle, falls sich eine der Wunden entzünden sollte.“ Und hüpfte wieder davon. Ihr „Danke“ hörte er nicht mehr.

Autor: Natalie Bechthold




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