Der Tausendfüßler Raphael

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Der Tausendfüßler Raphael

Weihnachtsgeschichten

Inhalt

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Drei Kamele auf geheimnisvoller Reise



Drei Kamele auf geheimnisvoller Reise

"Wie weit wird es wohl noch sein?" Fragend schaute das Kamel Sabu dem Artgenossen Dasi rechts von sich in die Augen. Am Vortag hatten sie sich erst ganz unverhofft getroffen und waren nun wegen des gemeinsamen Zieles zusammen unterwegs. Ihre Herren hatten begeistert irgendwas von einem Stern erzählt, dem sie folgten würden. Davon verstand Sabu aber nichts. Wie sollte er auch? Es gab so viele Sterne am Himmel ? was sollte da schon Besonderes zu sehen sein?
"Ich denke, dass es noch ein ganz schönes Stück Wegs sein dürfte", beantwortete nun die Kameldame Dasi die Frage. Dasi verstand zwar nichts von Sternenkunde, aber sie war mächtig stolz auf ihren Herren. Überhaupt: Alles, was ihr Herr so machte, erfüllte sie mit Stolz, war er doch ein allseits hoch geachteter Mann! Außerdem war er sogar Berater am Königshof! Er war sehr ruhig und besonnen und zeichnete genau auf, wo welche Sterne am Himmel waren. Aber vor einigen Tagen war er ganz aufgeregt, was gar nicht seine Gewohnheit war. Immer wieder studierte er seine Aufzeichnungen sowie weise Bücher. Dann rief er aus: "Ja, das ist es! Die Sterne zeigen es ganz klar an. Es ist unglaublich! Ein göttlicher König wird geboren - der größte König aller Zeiten! Da muss ich unbedingt hin." Nichts konnte ihn mehr halten.
Sabu hatte Ähnliches erlebt, doch verstand auch er all die Aufregung nicht. Wie konnten ein paar Sterne nur so eine Aufregung verursachen?

Schweigend trabten die beiden Kamele weiter des Wegs, während ihre Herren sich angeregt unterhielten. Dabei fielen Worte wie "Sternbild" und "Löwe", welches das Symbol für Juda war und folglich der König in Judäa geboren werden müsste. Auch war von "Jungfrau" und einem Königsstern und manch anderem war die Rede, was aber den beiden Kamelen unverständlich war und weswegen sie auch nicht so genau hinhörten. Viel wichtiger war es ihnen, bald mal wieder eine Pause zu haben und genug Futter zu bekommen.

So gingen sie immer weiter des Wegs, bis sie an eine Weggabelung kamen, wo sie nun erstmal anhielten. Offenbar waren sie bereits auf judäischem Gebiet, denn bisher war die Reiseroute klar: Nach Judäa. Aber an welchem Ort würde wohl dieses göttliche Königskind geboren werden? Und wohin müssten sie folglich nun ziehen? Selten hatten die beiden Kamele ihre weisen Herren so ratlos gesehen!

Ihre Herren waren schon eine ganze Zeit am Beratschlagen, da kam ein weiterer Herr mit seinem Kamel auf sie zu. Auch er sah sehr würdevoll und weise aus. Ob er vielleicht weiterhelfen konnte?
Gleich wurde er auch von ihren Herren angesprochen, und wie überrascht waren sie, dass auch dieser würdevolle Herr dasselbe Ziel hatte: das neugeborene göttliche Kind zu finden und ihm zu huldigen, von dem die Sterne so klar sprachen.
Aber auch er wusste nicht, an welchem Ort dieses göttliche Kind geboren werden sollte. Doch hatte er eine Idee: In der Hauptstadt Jerusalem gab es nicht nur den Tempel, sondern auch bedeutende religiöse Schriftgelehrte, die ihnen sicherlich weiterhelfen könnten. Und wenn sie schon mal dort wären, könnten sie auch gleich den dortigen König befragen. Vielleicht würde sogar im Palast dieser Tage ein Kind geboren? Zumindest wäre die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein göttliches Kind auch in der Hauptstadt geboren würde.

So reisten die drei weisen Männer auf ihren Kamelen weiter nach Jerusalem.
Nun war es aber Zeit, das dritte Kamel mal kennenzulernen, doch noch bevor Sabu und Dasi etwas sagen konnten, fing das neu hinzugekommene Kamel an zu reden: "Sind eure Herren auch seit Kurzem so sehr aufgeregt? Ich verstehe das einfach nicht! Immer erzählt mein Herr von irgendwelchen Sternen und einem göttlichen Kind, das auf die Erde kommen würde." Doch dann unterbrach sich das Kamel selbst: "Ach, entschuldigt, ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt. Ich heiße Sepehr, was persisch ist und ‚Himmel' bedeutet, weil mein Herr immer den Himmel beobachtet. Und wie heißt ihr?"
Nun war es an den anderen beiden Kamelen sich vorzustellen, was sie dann auch gern taten. Über das nun folgende Gespräch verging die Zeit recht schnell.
Schließlich kam die kleine Karawane in Jerusalem an. Dort ging es vorbei an Marktständen und vielen Menschen geradewegs zum Königspalast. Als sie dort schließlich angekommen waren, stiegen ihre Herren ab, und die drei Kamele konnten etwas ausruhen. Sogar etwas Futter und Wasser gab es an der Seite des Hofes, wohin sie von ein paar Männern geführt wurden. Ihre Herren verschwanden derweil nach einer kurzen Wartezeit im Palast. Die drei Kamele konnten beobachten, wie sie und ihre Herren genauestens betrachtet wurden und wie sich die Leute im Hof wohl über sie unterhielten. Solche hohen Herren und geschmückten Kamele aus fernen Ländern kamen wohl nicht ganz so oft hierher.
Aber irgendwie musste es anders sein als sonst, denn ein paar Männer liefen plötzlich aus dem Palast und ritten mit Pferden im wilden Galopp davon. Und es verging gar keine lange Zeit, da kamen sie auch schon wieder zurück, zusammen mit ein paar ehrfürchtig aussehenden Herren. Was das wohl zu bedeuten hatte? Interessiert beobachteten die drei Kamele das Geschehen, bis schließlich ihre Herren wiederkamen, sich auf sie setzten und es wieder losging.
Ihre Herren waren nun besonders aufgeregt, und es fielen Worte wie "Bethlehem" und "Prophet Micha". Was das wohl nun wieder zu bedeuten hatte? Die drei Kamele verstanden immer weniger, was los war, und schauten sich fragend an, aber zum Reden hatten sie erstmal keine Ruhe, denn ihre Herren trieben sie an, gleich mit zügigen Schritten wieder loszuziehen.

Nach einiger Zeit kamen sie in Bethlehem an, und schon bald hatten ihre Herren dann auch den Ort gefunden, wo das neugeborene göttliche Kind war.
Alles war so geheimnisvoll. Das fing damit an, dass sie ja in Jerusalem nicht zum König in den Palast durften, was auch normal war - hier konnten sie aber sogar ganz in die Nähe dieses göttlichen Kindes kommen. Eigenartig! Neugierig beobachteten die drei Kamele, was sie dort alles hörten und sahen. Noch erstaunter waren sie, als sie bemerkten, wie ihre Herren, die sonst höchstens mal kurz vor ihrem König knieten, sich nun anbetend vor dieses Kind auf den schmutzigen Boden warfen. So etwas hatten sie bisher von ihren Herren noch nicht gesehen und kannten es von ihnen nicht. Und dann packten sie sogar Geschenke aus. Es mussten Kostbarkeiten sein, wie man an den Gesichtern der anwesenden Personen sehen konnte.
Ganz geheimnisvoll war aber auch die Art der Geschenke: Gold war natürlich eines Königs würdig und wurde bei neu eingesetzten Königen zur Huldigung gebracht. Das zweite Geschenk war Weihrauch - ein Zeichen der Anbetung und Göttlichkeit des Kindes. Das war noch alles zu verstehen, handelte es sich doch um ein göttliches Königskind. Aber das dritte Geschenk war nun ganz was Seltsames: Myrrhe. Sie verbreitet einen Wohlgeruch und ist ein Zeichen der Liebe, aber sie wird doch vor allem auch zum Einbalsamieren von Toten gebraucht. Sollte denn etwa dieses göttliche Kind bald sterben?
Aber darüber konnten die Kamele nicht weiter nachdenken, denn so vieles geschah nun. Einige Hirten sprachen sogar von einem ganzen Chor von Engeln, die mit ihren Liedern Gott lobten. Außerdem, so erzählten sie, hätte ein Engel ihnen berichtet, dass dieses Kind Christus sei, der verheißene Heiland und Retter für alle Völker. Er würde den Menschen, die Gottes Wohlgefallen finden, Frieden bringen. Die drei Kamele kamen aus dem Staunen nicht heraus!

Noch so manches hörten sie, bis schließlich ihre Herren Abschied nahmen und sich eine Herberge zum Übernachten suchten, bevor sie zum König nach Jerusalem reisen würden. Denn - das hatten die drei Kamele schon mitbekommen - der König in Jerusalem wollte genau von ihren Herren wissen, wo das Kind zu finden sei. Darum sollten sie zuerst nach Jerusalem zurückkehren, bevor sie sich dann auf die Heimreise machen würden.

Nach dem aufregenden Tag tat die Nachtruhe gut. Beglückt über die wunderbaren Dinge, die sie miterleben durften, schliefen die drei Kamele auch bald ein. Doch schon früh am Morgen wurden sie durch aufgeregte Gespräche ihrer Herren geweckt. Was war geschehen? Ehe die drei Kamele noch recht verstanden, was los sei, brach man auch schon wieder auf - doch nicht nach Jerusalem, wie zuvor geplant, sondern auf einem anderen Weg. Schließlich hörten sie aus den Gesprächen heraus, was geschehen war: Im Traum hatten ihre Herren Anweisung von Gott erhalten, nicht über Jerusalem, sondern auf einem anderen Weg nach Hause zu reisen. Was das wohl für einen Grund hatte? Es wurde immer geheimnisvoller!

Ein wenig verwirrt waren die drei Kamele nun schon. Das, was sie in so kurzer Zeit alles miterlebt hatten, war etwas viel für sie. So gingen sie recht nachdenklich weiter, bis sie an eine Kreuzung kamen, an denen sich ihre Herren voneinander verabschiedeten, weil jeder in sein Land zurückreisen wollte.
Auch die drei Kamele verabschiedeten sich nun. Sie hatten sich zwar erst vor Kurzem
kennengelernt, aber das wunderliche Geschehen, das sie zusammen erlebten, war etwas ganz Außergewöhnliches und verband sie nun. Deswegen fiel der Abschied auch ein wenig schwer.
Zumindest werden sie aber nun in ihrer Heimat den Artgenossen sehr viel zu berichten haben. Ob dann wohl so manches andere Kamel bedauern wird, nicht auch an dieser außergewöhnlichen Reise teilgenommen zu haben?





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Autor und Copyright © by Rainer Jetzschmann
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