Der Tausendfüßler Raphael

Mimi und das fliegende Haus

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Der Tausendfüßler Raphael


Mimi und das fliegende Haus

Tief in einem Wald, aus grünen Nadelbäumen, lebte eine kleine, braune Maus, dessen Name war – Mimi.
Mimi hatte ganz viele Freunde und sie wohnten alle in ganz besonderen Häusern, in Pilzen. Rote Pilze, braune Pilze, weiße Pilze. Und Mimi wohnte in einem Fliegenpilz. Er war nämlich mit seinem weißen Stängel und roten Hut mit weißen Punkten der aller Schönste in diesem Wald. Mimi war sehr stolz auf ihr Zuhause.
Eines Nachts, nachdem sich alle Mäuse Gute-Nacht gewünscht hatten, ging Mimi ins Bett. Aber vorher wollte sie noch beten, so wie ihre Mutti es ihr beigebracht hat. Sie kniete vor ihr Bett und betete. Dankte dem lieben Gott für den schönen Tag, an dem sie mit ihren Freunden lachen und spielen konnte, und bat ihn, er möge sie in dieser Nacht beschützen. Und dann ging sie brav ins Bett, schloss ihre Augen und schlief ein.
Plötzlich wurde sie von einem starken Rütteln geweckt. Mimi schrak auf, klammerte sich an ihr Bett, damit sie nicht herausfiel, und verstand zunächst nicht, was mit ihr geschah. Es rüttelte und schüttelte noch lange. Alles war in Bewegung. Mimis Bett mit Mimi selbst darauf, Tisch und Stuhl, Kleiderschrank und Kommode, selbst der Bilderrahmen, der an der Wand hing, konnte nicht still hängen.
Mimi fasste Mut und kletterte aus ihrem Bett, kroch auf allen Vieren über den Fußboden und sah aus dem Fenster. „Oh …!“, kam aus ihr nur heraus. „Wo sind all die Pilze hin?“, und damit meinte sie das Zuhause ihrer Freunde. „Und das dichte, grüne Gras und die vielen Nadelbäume?“ Mimi wusste es nicht. Sie sah nur den schwarzen Himmel und graue, dichte Wolken. Der Wind heulte und wirbelte alles in die Höhe, was nicht nagelfest war, so wie auch Mimis Haus. Dicke Regentropfen fielen hart auf den Boden und überfluteten alles, was nicht eben war.
Zu tiefst erschrocken über das Unwetter wollte Mimi ihr Fenster wieder schließen und sich unter die Bettdecke verkriechen, aber noch ehe sie das machen konnte, drehte der starke Wind ihr Haus um und die kleine, braune, verängstigte Maus fiel aus dem Fenster.
Wurde vom Wind durch die Luft geschleudert und landete schließlich unsanft in einem Nest mit hungrigen Eulenkindern.
Mimi erhob sich langsam, schüttelte den Kopf, um wieder zu sich zu kommen und noch ehe sie begreifen konnte, wo sie sich befand, schnappte schon ein hungriger Schnabel nach ihr. Mimi konnte dem jüngsten Eulenkind gerade noch ausweichen, doch da schnappte schon das Zweite und Dritte nach ihr. Mimi fiel rückwärts, rollte sich schnell zur Seite, sprang auf die Füße und rannte mit einem lauten Hilfe-Geschrei auf das Ende des Nestes zu. Kletterte über den Rand und … verlor den Halt. Sie fiel erneut und so schnell, dass auch die grünen, nassen Blätter des Baumes sie nicht auffangen konnten. Zapp, zapp, zapp, zapp, zapp – Plumps. Und landete schließlich im braunen, nassen Laub.
Der Sturm ging zu Ende.
Mimi kroch ängstlich noch tiefer in das Laub und schlief erschöpft von der aufregenden Reise ein. Für heute Nacht hatte sie genug. Wer weiß, was passiert wäre, wenn der liebe Gott mit seiner starken Hand sie nicht beschützt hätte.
Und während sie so schlief kreiste eine ältere Eule in der Luft, auf der Suche nach dem kleinen Fressen, das ihren Jungen aus versehen entwischt war.

Autor: Natalie Bechthold

Autor und Copyright © by Natalie Bechthold